Kommentar: Neue Normalität im Kühlregal

Karl der Käfer wurde nicht gefragt, man hatte ihn einfach…durchgegart

Anfang der 1980er Jahre wurde nach Jahrzehnten des Besingens von eher un-woken mexikanischen Fiestas, Häuptlingen der Indianer und Zigeunerjungen  auch in der deutschen Hitparade mit Liedern wie „Karl der Käfer“ langsam die ungemein progressive und „alternative“ Ära im Rahmen der sog. Neuen Deutsche Welle eingeläutet, wobei Karl laut Liedtext natürlich nicht durchgegart, sondern fortgejagt wurde, um, wie es hieβ, „ein Band aus Asphalt für Käfer aus Blech und Stahl“ auszubreiten.1

Aber dazu später mehr.

Was in Zeiten des Waldsterbens (der aber auch 40 Jahre später immer noch da ist und sich seither sogar stetig ausgebreitet hat2), des Ozonlochs (inzwischen wohl zu CO2 mutiert) und der herannahenden „Eiszeit“3(sic!) vielleicht noch gut gemeint war, hat sich über die Jahrzehnte immer mehr in eine Richtung verselbstständigt, die nicht-veganen SUV-Fahrern schon mal die ein oder andere Augenbraue hochtreibt.

Genau diese Bevölkerungsgruppe nämlich wurde kürzlich, wieder einmal, für alles Böse in der Welt verantwortlich gemacht, sei es der sog. Klimawandel, nicht artgerechte Tierhaltung, Abholzung des Regenwaldes, Gen-Futter usw. Entsprechende Tiraden kommen nicht nur von einigen auf besagtem Asphalt festgeklebten Klimajüngern, sondern lieβ nun auch ein schauspielernder „Aktivist“ namens Hannes J. vom Stapel4, der neben armen Säuen auch gerne mal Gorillas, Nashörner oder Haie rettet.

Lobenswert!

Nur dass sein Lösungsvorschlag des Problems eher an Lobbyismus erinnert und ziemlich hanebüchen und widersprüchlich daherkommt, geht er doch komplett an dem vorbei, worum es doch eigentlich gehen sollte, nämlich um die Bewahrung der Natur und des Natürlichen, denn ausgerechnet Laborfleisch soll nun die Rettung für Klima, Tier und Natur sein. Demnach also sog. Stammzellenfleisch, welches unter noch höherem Energieverbrauch als bei „konventioneller Produktion“ in Petrischalen lieblos vor sich hinvegetiert, hergestellt von irgendwelchen Tech-Unternehmen, selbstredend unter Zuhilfenahme von Gentechnik, Antibiotika und nicht näher definierten pflanzlichen Füllstoffen. Förderer sind, wen wunderts, die üblichen Verdächtigen à la Bill Gates5,6. Na denn…

Aber zurück zu unserem Freund Karl.

Natürlich hört die Weltenrettung und globale Hungerbekämpfung nicht bei Kunstfleisch auf, denn auf dem Speiseplan soll künftig auch alles Mögliche und Unmögliche Krabbel- und Kriechgetier stehen, von Heuschrecken über Maden und Würmer, bis hin zu Karl und seinen Artgenossen,7 wobei als Rechtfertigung der entsprechende Hinweis auf asiatische Essgewohnheiten nicht fehlen darf.8

Dummerweise müssen aber auch diese Tiere irgendwie getötet werden, um sie zu Pulver, Burgern oder frittierten Köstlichkeiten verarbeiten zu können, ein Schicksal, welches übrigens auch allen Pflanzen blüht, sollten sie denn irgendwann mal den Weg durch den menschlichen (oder tierischen) Verdauungstrakt antreten.

Eine pragmatische Lösung wäre da vielleicht der Glaubenssatz der „Church of Euthanasia“9: Save the planet, kill yourself!

Deren Begründer und gleichzeitig als „Reverend“ fungierende Chris Korda schlägt neben rigoroser Abtreibung u.a. auch Kannibalismus zur Rettung des Planeten vor, ähnlich wie das ja bereits auch andere Erleuchtete gefordert hatten10.

Die Gängelung durch Klima- und sonstige „Retter“ nimmt immer groteskere Züge an und es bleibt fürs Jahresende wohl nur noch guten Appetit zu wünschen beim vielleicht letzten Fondue in gewohnter Form, so wir uns denn wirklich und endlich „retten“ lassen wollen…

Mario Dichter, 26.12.2022 (Bild: Shutterstock)

  1. https://www.youtube.com/watch?v=4ZoLNDpTadg
  2. https://www.forstwirtschaft-in-deutschland.de/waelder-entdecken/waldflaeche/
  3. https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5489379/Als-uns-vor-30-Jahren-eine-neue-Eiszeit-drohte.html
  4. https://www.youtube.com/watch?v=QEOD2w0Wxak
  5. https://www.transgen.de/lebensmittel/2700.fleisch-zellkultur-biotechnologie.html
  6. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/clean-meat-ist-laborfleisch-die-zukunft-65071
  7. https://snackinsects.com/
  8. https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/ernaehrungstrends/insekten-essen
  9. https://www.churchofeuthanasia.org/press/connection.html
  10. https://nues-am-wand.lu/programm-zur-klimarettung-geniestreich-der-politik/

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