Überbordender Test-Wahn – Teil 2

Neue, gefährliche Mutation in Luxemburg…Schulen wandeln sich zu Test-Zentren

Was die nach den Osterferien an unseren Schulen zum Einsatz kommenden Schnelltests taugen, bzw. wozu sie nicht taugen, wurde bereits im vorigen Artikel u.a. anhand des RKI-Merkblatts ausführlich dargelegt (1). Dieses Merkblatt, wie auch die entsprechenden Beipackzettel besagter Schnelltests scheinen aber weder unseren Apothekern, noch unseren staatsgetragenen Qualitäts-Journalisten bekannt zu sein, schaut und hört man sich einschlägige Propaganda-Filmchen an, wie neuerlich bspw. auf unserem nationalen Monopol-Sender zu bewundern (2).

Hierin nämlich behauptet der Präsident des luxemburgischen Apothekerverbandes (!), dass der dort angepriesene Test sich nicht an medizinisches Fachpersonal, sondern an ein „nicht professionelles Publikum“ richtet. Das bedeutet also salopp ausgedrückt, dass jeder, der in der Lage ist, sich mindestens 30 Sekunden lang in der Nase herumzubohren (15 pro Nasenloch), schlichtweg prädestiniert ist, seinen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der „Pandemie“ zu leisten. Dumm nur, dass im entsprechenden Beipackzettel unter „Verwendungszweck“ jedoch das genaue Gegenteil steht, ganz zu schweigen davon, dass dieser Test „nicht als routinemäßiges in-vitro-diagnostisches Reagenz für die klinische Anwendung genutzt werden [kann]“ (Beides siehe Screenshot und *).

Ob wir also hier zu Risiken und Nebenwirkungen wirklich unseren Arzt oder Apotheker fragen sollen, sei mal dahingestellt, zumindest interessant aber ist auch die Aussage des Apothekerverbandspräsidenten, dass die Testergebnisse riskieren, verfälscht zu werden, sobald sich eine weitere Person im gleichen Raum befindet. Zur Erinnerung: Diese Tests sollen nun flächendeckend an unseren Schulen zum Einsatz kommen, unter Anleitung und Hilfestellung der entsprechenden Lehrkraft, sowie unter den sicher mehr als interessierten Augen und Ohren der übrigen Klassenkameraden.

Na denn, gutes Gelingen, zumal die Tests laut unserem Spezialisten ja auch mit einer gewissen „Gründlichkeit“ und „Achtsamkeit“ durzuführen sind!

Im Übrigen sollten sich die Lehrkräfte reiflich überlegen, ob sie sich wirklich vor diesen Karren spannen lassen wollen. Die wenigsten dürften wohl eine entsprechende Ausbildung haben, um diese invasiven medizinischen Eingriffe zu begleiten und zu verantworten, ganz abgesehen vom Fehlen einer psychologischen Ausbildung zur Betreuung traumatisierter Kinder bei der zu erwartenden Flut an (falsch) positiven Ergebnissen, denn auch dieser vom Apothekerverbandspräsidenten propagierte Test liegt im Genauigkeitsbereich eines Münzwurfs.

Dazu bedarf es erneut nur der Zuhilfenahme des RKI-Merkblatts (3), in Kombination mit den entsprechenden Parametern dieses Tests (*), sowie der aktuellen Inzidenz (4). Mit einer Sensitivität von 96,6% (statt der 80% im RKI-Beispiel) und einer Spezifität von rund 99,8% (statt der 98% im RKI-Beispiel) bei einer augenblicklichen Inzidenz von 202/100000 (oder auch 20/10000) erreicht dieser Test eine Trefferquote von rund 49%, heiβt also, 51% aller positiv ausfallenden Tests sind falsch positiv! Das sind freilich nur die falsch positiven Ergebnisse, die sich aufgrund dieser Werte errechnen lassen, ohne die angesprochenen möglichen Testverfälschungen und -fehler mit einzubeziehen.

Bleibt demnach zu hoffen, dass wenigstens unser Lehrpersonal langsam erkennt, worauf sich hier eingelassen wird, vorher die Beipackzettel genau studiert und vielleicht ja sogar von ihrem Remonstrationsrecht, (wenn nicht sogar ihrer Remonstrationspflicht) Gebrauch macht und gegen diese Machenschaften Protest einlegt. Das Recht wäre auf ihrer Seite, ist es doch dementsprechend im Gesetz (5) verankert:

Art. 33.1. Tout fonctionnaire a le droit de réclamer individuellement contre tout acte de ses supérieurs ou «d’autres agents publics»4qui lèsent ses droits statutaires ou qui le blessent dans sa dignité.Ce droit existe également si une demande écrite du fonctionnaire, introduite par la voie hiérarchique, est restée sans suite dans le délai d’un mois.2. La réclamation est adressée par écrit au supérieur hiérarchique. Si elle met en cause le supérieur direct du fonctionnaire, elle est adressée au chef d’administration. Si ce dernier est visé, la réclamation est envoyée au ministre du ressort.

Schule sollte kein Ort der Angst, des Argwohns, der Diskrimination und Verurteilung sein, sondern neben dem Erlernen fundamentalen Wissens und Könnens ein Ort der Geborgenheit und des sozialen Kontakts.

Was ist in den letzten Monaten nur aus dieser Institution geworden?

Mario Dichter, 15.04.2021 (Bild: Shutterstock)

  1. https://nues-am-wand.lu/ueberbordender-test-wahn/
  2. https://5minutes.rtl.lu/actu/on-a-teste-pour-vous/a/1705051.html
  3. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Infografik_Antigentest_PDF.pdf?__blob=publicationFile
  4. https://download.data.public.lu/resources/covid-19-rapports-hebdomadaires/20210414-165817/coronavirus-rapport-hebdo-20210414.pdf  
  5. https://www.sew.lu/resources/pdf/legislation/20180912_code_administratif_fp.pdf

*)  https://unizell.de/downloads/2020_10_26_Gebrauchsanleitung_DE.pdf

2 thoughts on “Überbordender Test-Wahn – Teil 2”

  1. Jolanda sagt:

    Die ganze „Pandemie“ hängt nur am PCR Test. Kein Test-keine Pandemie!
    Dass diese Pseudopandemie jetzt auch noch mit Schnelltests am laufen gehalten wird, zeigt doch den ganzen Irrsinn dieser denkwürdigen Zeit. Man fragt sich: lügt der Präsident des Apothekenverbandes bewusst oder ist er einfach nur (trotz Studium) geistig unterbelichtet?
    Gut, diese Frage muss man sich bei den meisten Akteuren des Corona Geschehens stellen ausser da wo klar ist, dass finanzielle Interessen dahinter stehen.

  2. Isabelle Schmit-Mines sagt:

    Et deet mer Leed fir d’Enseignants: wat sollen se soen, wann se vun uewen erof gesot kréien, si missten di Tester duerchféieren. Et deet mer Leed fir d’Kanner: wat fir een Trauma maachen se mat, wann se positiv (mat der Méiglechkeet, dass et och nach falsch positiv ass). Eleng, stinn se do virun der ganzer Klass wéi wann se e Kriminelle wären. Di ganz Mesüren sinn esou absurd, et geet an d’Lächerlechkeet an eis Regierung mécht mat ouni sech iergendwéi Gedanken ze maachen. ET geet scho laang net méi nëmmen ëm de Virus…

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